The Fairy Queen Theater St.Gallen | Oper und Kultur

Oper und Kultur

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The Fairy Queen Theater St.Gallen | Oper und Kultur

Zauberhaftes Liebesgewirr

Das Theater St.Gallen erweckt in einer kleinen Anzahl von Aufführungen Henry Purcells Semioper „The Fairy Queen“ zu neuem Leben. Zum Genuss mit nächtlichen Liebeswirrungen wird die musikalische Version von Shakespeares "Sommernachtstraum" durch die ganzheitliche Form mit Tanz, Gesang und Schauspiel.

Versoffener Esel nach Shakespeare
Der Dichter (David Maze) ist dabei selbst Teil der Geschichte und wird als reichlich versoffene Gestalt von Oberon (Matthias Albold) handkehrum zum Esel gemacht, der sich eine Nacht lang mit Titania (Anette Wunsch) vergnügen soll. Christian Hettkamp verleiht dem Schelm Puck mit enormem Körpereinsatz ein Schlangenwesen, das sich davon ernährt, sich selbst in den Schwanz zu beissen.

Gemeinsam mit Oberon verursacht er, mithilfe einer Zauberblume, auch bei den jungen Liebespaaren Hermia und Lysander, Helena und Demetrius reichlich Durcheinander. In all die Frivolitäten stimmen dann, in ihrem Element ganz unerkannt, auch die Elfen ein.

Eins fügt sich zum Anderen
Mit barocken Instrumenten und kunstvollen Gesangs-Koloraturen kommt unter der musikalischen Leitung von Robert Horwath der zarte Zauber von Purcells Musik zum Ausdruck. Besonders in der Stimme von Simone Ricksmann zu hören, die mal hier als Fee, dort als Reh oder in der Rolle der Brautmutter erscheint.

Für alle Darstellenden eine enorme Herausforderung, Gesang, Tanz und Schauspiel flächenübergreifend ineinander fliessen zu lassen. Ausgestattet mit einem gelungenen Bühnenbild und altgriechisch angehauchten Kostümen, wird das Werk zu einem homogenen Werk für alle Sinne. Vollgespickt mit schelmischen und witzigen Obszönitäten.

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(Bildrechte:Tanja Dorendorf mit freundlicher Genehmigung des Theaters St.Gallen)

Carmela Maggi
Kulturtipp vom 17. März 2012