Oper und Operette | Oper und Kultur

Oper und Kultur

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Oper und Operette | Oper und Kultur

VIVA LA MAMMA - Theater Winterthur 8. Mai 2021
Theatralisches Inferno Das internationale Opernstudio feiert seit mehreren Jahren ganz besondere Premieren am Theater Winterthur. Die jungen Nachwuchs-Sängerinnen und -Sänger durchlaufen die Feuerprobe mit einer eigens für sie aufgestellten Produktion. Mit "Viva la Mamma" führt das Opernhaus Zürich, zusammen mit dem Internationalen Opernstudio ein "Dramma giocoso" auf. Aus den letzen, von Gaetano Donizetti hinterlassenen Bruchstücken zusammengewürfelt, entstand ein quirliges Puzzle zwischen Tragik und Amüsement.
Giulio Cesare in Egitto - Theater St.Gallen 24. Oktober 2020
Maskierte Eröffnung Gleich mit drei Countertenören kann das Theater St.Gallen bei der Umsetzung von Händels Oper „Julio Cesare in Egitto“ auffahren. Wie der Titel verrät, wird das Werk in italienischer Sprache aufgeführt. Auf erträgliche Länge gekürzt, dennoch opulent und in starker Anlehnung an die Barockaufführungen, schaffen es Leitungsteam, Protagonisten und Musiker jene unnachahmliche Transzendenz der Komposition aufzunehmen und wiederzugeben. Der Krise zum Trotz vor maskiertem, dicht gedrängtem Publikum.
Csárdásfürstin - Opernhaus Zürich 4. Oktober 2020
Liebeskampf mit Weltuntergang Ein bisschen Klamauk muss sein! Auch in bitteren Corona-Zeiten zeigt das Opernhaus Zürich mit der Premiere von Kálmáns Operette „Die Csárdásfürstin“, wie sich Amüsement der Oberschicht durch die Schlauheit der Unterschicht ankratzen lässt. Ein sozialkritisches Werk mit gehörig Augenzwinkern, unter der Leitung von Jan Philipp Gloger, der seiner Umsetzung einiges in Kauf nehmen musste.
Boris Godunow - Opernhaus Zürich 26. September 2020
Grosse Töne Nach der Pandemie-Krise eröffnet das Opernhaus Zürich die neue Saison mit der Mussorgskis Oper „Boris Godunow“. Um die Aufführung trotz Hygieneregeln möglich zu machen, haben sich die Verantwortlichen einiges einfallen und vor allem kosten lassen. Das voll maskierte Publikum dankt es mit Standing Ovation.
Iphigénie en Tauride - Opernhaus Zürich 6. Februar 2020
Schöne Tragödie Der Intendanz des Zürcher Opernhauses gelingt es nach langer Zeit, die Mezzosopranistin Cecilia Bartoli wieder für eine Titelrolle zu begeistern. Als Priesterin in Glucks Oper "Iphigénie en Tauride" zeigt die Ausnahmekünstlerin ganz neue Seiten ihrer Stimme. Ohne Schnörkel schafft sie es, ihr Publikum hundert Minuten lang in einen stummen Bann zu ziehen. Orchester, Solisten, Statisten und Chor stehen ihr dabei in nichts nach.
Don Pasquale - Opernhaus Zürich 8. Dezember 2019
Zwischen Lachen und Weinen Ohne Zweifel, das Opernhaus Zürich ist Festlaune! Mit der Premiere von Donizettis "dramma buffo" gibt Christof Loy in seiner Inszenierung dem in die Jahre gekommenen Edelmann ein ganz neues Gesicht. Auch wenn dieser damit nicht viel zu lachen hat. Das Publikum kommt, dank der Verkörperung der beiden Hauptfiguren Don Pasquale und Norina, diesbezüglich voll auf seine Kosten.
Belshazzar - Opernhaus Zürich 3. November 2019
Am Rand der Apokalypse Zusammen mit dem Leitungsteam ist Sebastian Baumgarten mit seiner Inszenierung von Händels „Belshazzar“ am Opernhaus Zürich die Gratwanderung zwischen zwei Musikformen und das Experiment gelungen, ein Oratorium als Oper aufzuführen. Dem Publikum gefiels und es verliess die Premiere begeistert und nachdenklich zugleich.
Il Trovatore - St.Galler Festspiele 28. Juni 2019
Andalusische Hexenjagd Unter kreisenden Schwalben, die bei den ersten Orchesterklängen vor Freude mitpfeifen, beginnen am Freitag Abend auf dem Klosterplatz St.Gallen die 14. Festspiele. Die Veranstalter brechen mit Verdis Oper "il Trovatore" für einmal mit der Tradition, weniger bekannte Werke aufzuführen. Grosses Gesangstalent der Protagonisten und bekannte Ohrwürmer lassen die Premiere an diesem perfekten Sommerabend zum Erfolg erstrahlen.
Edgar - 13. St.Galler Festspiele 29. Juni 2018
Höllische Fabelwelt Mit der Premiere von Puccinis "Edgar" beginnen Freitagabend die 13. St.Galler Festspiele vor ausverkaufter Tribüne. Tobias Kratzer ist zusammen mit Rainer Sellmaier ein aussergewöhnliches Spektakel gelungen, das die zauberhafte Musik und Poesie der Oper mit fantastischen Bildern unterstreicht. Orchester, Chöre und Protagonisten runden unter dem Dirigat von Leo Hussain die umjubelte Aufführung ab. Auch das Wetter spielt trotz unsicherer Prognosen mit.
La forza del destino - Opernhaus Zürich 27. Mai 2018
Fluch der Oper Es scheine der seit seiner Uraufführung verhängte Fluch auf der Oper zu liegen meint Regisseur und Intentant des Operhauses Zürich an seiner Premiere von Verdis Oper „La forza del destino“, als er nach er ersten Bühnenpanne auf die Bühne tritt. „Eine sophisticated Geschichte“ entschuldigt er, die ineinander spiele, seien die Wände des Bühnenbilds-, die normalerweise auch funktioniere.
Jewgeni Onegin - Opernhaus Zürich 26. Januar 2017
Erfindung der Liebe Das Opernhaus Zürich eröffnet die Saison mit der russischen Oper „Jewgeni Onegin“. Inszenierung und Darstellung spüren der wundervollen Musik Tschaikowskis und deren Wurzeln nach und schaffen es, dank der Musikalischen Leitung des jungen Stanislav Kochanovsky und einer lebensnahen Inszenierung dem Publikum direkt unter die Haut zu gehen.
Nabucco - Theater St.Gallen 14. März 2017
Blutlinien Als Giuseppe Verdi die Oper Nabucco schrieb stand er an einem Wendepunkt. Schon früh im Leben von Schicksalsschlägen geschüttelt hatte sich der Komponist vorgenommen nie wieder eine Note zu schreiben. Die Zeilen auf dem zu Boden geworfenen Libretto "Va pensiero…!"veränderten sein Leben. Das Theater St.Gallen nimmt mit dieser Coproduktion den dramatischen Gedanken in Regie, Bühnengestaltung und musikalischer Umsetzung meisterlich auf und bietet vor allem in den Chorpassagen echte Gänsehautmomente.
Medée - Opernhaus Zürich 26. Januar 2017
Kraftfeld Antike In den Opernhäusern dieser Welt werden immer die selben Werke gespielt. Werke, einst ausgegraben weil die Aufführungen Erfolg versprachen. Dabei sind viele Komponisten in Vergessenheit geraten. So wie Marc-Antoine Charpentier (um 1643-1704) der für den französischen Hof zahlreiche Barock-Opern kreiert hat. Dirigent William Christie erweckt mit der Oper Médée das älteste Werk das je im Opernhaus Zürich aufgeführt wurde aus einem beinahe 300–jährigen Dornröschenschlaf und bietet damit seinem Publikum ganz neue Perspektiven.
Le Cid - Festspiele St.Gallen 6. Juni 2016
Festspielreise auf die Iberische Halbinsel Bei strömendem Regen läuteten letzten Freitag die 11. St.Galler Festspiele mit der Oper Le Cid ein, die bis auf den letzten Platz ausverkauft waren. Die in Pelerinen eingepackten Zuschauer hielten sich aber hartnäckig und verfolgten gebannt Musik und Inszenierung der weithin unbekannten Oper bis zum letzten Takt.
Maske in Blau - Operette Sirnach 5. Januar 2016
Hinter der Maske Die Operette Sirnach macht sich mit ihren aussergewöhnlichen Aufführungen bereits seit 85 Jahren einen Namen. Die damals spontan entstandene Idee einiger Mitglieder des Männerchores sah zu Beginn vor allem das Sprechtheater vor. Seit 1955 lässt die Bühne jedoch selten gespielte Operetten aufleben. Die mittlerweile über 200 Helferinnen und Helfer, mit viel Aufwand und Herzblut bei der Sache, erschaffen damit immer wieder ein feines Theatervergnügen, das am 9. Januar 2016 mit der „Maske in Blau“ Premiere feiert.
I due Foscari - St.Galler Festspiele 8. Juli 2015
I due Foscari Für das Flaggschiff der Festspiele St.Gallen, die Open-Air Oper "I due Foscari", haben die Organisatoren zum 10. Jubiläum das Unmögliche möglich gemacht. Kurzerhand wurde der Platz vor den Klostertürmen geflutet und ein Klein-Venedig geschaffen das sich wundersam in das vorhandene Ambiente einfügt. Sänger und Darsteller waten tapfer durch die Fluten und bieten eine Vorstellung der besonderen Art.
Norma - Opernhaus Zürich 12. Oktober 2015
Norma ganz anders Das Opernhaus Zürich präsentierte in seiner Premiere eine Gastspielproduktion, die seit der ersten Aufführung 2013 an den Salzburger Pfingstfestspielen auf Europa-Tournee ist. Bellinis Norma gilt als eine der bekanntesten und meistgespielten Opern. Gerade deshalb war es Cecilia Bartolis innigstes Anliegen gemeinsam mit dem musikalischen Leiter Giovanni Antonini etwas Neues und zugleich Altes zu erschaffen. Diese Annäherung an den Ursprung der Komposition erlaubt es, sich endlich von den immer absurder werdenden Darstellungen der Titelfigur à la Callas zu verabschieden.
Lucrezia Borgia - Theater St.Gallen 26. September 2015
Karussell vielfältiger Einblicke In einem Geniestreich versetzt Regisseur Tobias Kratzer die wohl verrufenste Frauengestalt der Geschichte in eine moderne Villa auf drehender Plattform. Donizettis Oper Lucrezia Borgia offenbart durch offene Wände die vielfältigsten Einblicke in Charaktere und Leben der Akteure. Allen voran schenkt die Sopranistin Katia Pellegrino der Hauptfigur durch ihr herausragendes spielerisches und gesangliches Können den alten Glanz zurück.
Eugen Onegin - Theater St.Gallen 15. September 2015
Die Reihe der Matroschkas Das Theater St.Gallen startet die Saison mit der russischen Oper "Eugen Onegin". Im Gegensatz zum Operntitel dreht sich die Geschichte um Tatjana, die versucht dem Zwang ihrer weiblichen Vorfahren zu entrinnen und echtes Glück zu finden. Musikalisch hat Tschaikowsky eine Oper voll lyrischem Tiefgang und folkloristischen Elementen anzubieten, der sowohl Protagonisten als auch Orchester gerecht werden.
Carmen - Theater St.Gallen 23. Oktober 2014
Im Würgegriff der Leidenschaft Nach sieben Jahren präsentiert das Theater St.Gallen erneut eine der beliebtesten Opern der Geschichte. Wen wundert’s, Komponist Bizet hat mit seiner "Carmen" seinerzeit etwas Revolutionäres erschaffen. Seine zugleich hinreissende und komplexe Musik spiegelt perfekt die Hauptfigur und das Milieu, aus dem sie stammt, wider. Düster, aufwendig und dramatisch zeigt sich Berloffas Inszenierung, die sich an der dargestellten Umgebung orientiert und die darin lebenden Figuren in den Vordergrund stellt.
La Gioconda - Theater St.Gallen 14. Februar 2014
Rosenkranz zwischen Macht und Leidenschaft Rosetta Cucchi präsentiert in der Premiere vom Samstag Ponchiellis La Gioconda. Fern von stilisiertem Kitsch, setzt die Regisseurin die Hauptfigur in die Umgebung des zweiten Weltkriegs und lässt die Hauptfigur die ganze Palette zwischen Leidenschaft und Kampfbereitschaft ausleben. Im krassen Gegensatz zu Giocondas Anständigkeit stellt Cucchi in unerträglichen Gewaltszenen auch die dunkelsten Facetten der Menschheit dar. Nicht ohne den heftigen Widerstand des Publikums.
Attila - St.Galler Festspiele 24. Juni 2013
Hunnen und Römern auf der Spur Am Freitag feierte das Theater St.Gallen mit der Premiere von Verdis Attila den Auftakt der Festspiele. Die fantastische Musik wurde durch den Dirigenten Antonino Fogliani sowie den Weltklasse-Sängern Mary-Elisabeth Williams und Alexander Vinogradov zu einem unvergesslichen Erlebnis mit Blick auf eine morbide, düstere Kulisse.
La finta giardiniera - Theater St.Gallen 7. Februar 2013
Mozarts frühe Kapriolen Das Theater St.Gallen präsentiert in der Premiere am Samstag die Komische Oper des noch jungen Wolfgang Amadeus Mozart. Mit „La finta giardiniera“ begab sich der Komponist damals mithilfe von vor- und unvorstellbaren Kapriolen auf die Suche nach der Liebe. Im Zentrum die Figur der Violante, die als falsche Gärtnerin, bei allem überbordenden Schabernack, ernste Lebenskrisen zu meistern hat.
La Wally - Theater St.Gallen 22. Oktober 2012
La Wally Das Theater St.Gallen führte am Samstag in einer Premiere zum ersten Mal die Opernrarität des Komponisten Alfredo Catalani „La Wally“ auf. Für die Inszenierung und Verkörperung der Hauptrollen holte das Theater internationale Grössen auf den Plan. Allen voran Mary Elizabeth Williams, die sowohl Glamour, als auch Eigenwilligkeit der Titelcharaktere, die sich keinem männlichen Diktat beugt, stimmgewaltig zu verkörpern vermochte.
Salome - Theater St.Gallen 7. Mai 2012
Salome ist die biblische Prinzessin wegen der Prophet Jochanaan buchstäblich den Kopf verliert. In differenzierter Weise lässt die Oper von Richard Strauss nach Oscar Wildes Bühnenstück alle Facetten einer Frau aufleben, die gezwungen ist sich zwischen zweierlei Männergestalten zu bewegen. Eine bemerkenswerte Premiere also.
La forza del Destino - Opernhaus Zürich 27. Mai 2018
Fluch der Oper Es scheine der seit seiner Uraufführung verhängte Fluch auf der Oper zu liegen meint Regisseur und Intentant des Operhauses Zürich an seiner Premiere von Verdis Oper „La forza del destino“, als er nach er ersten Bühnenpanne auf die Bühne tritt. „Eine sophisticated Geschichte“ entschuldigt er, die ineinander spiele, seien die Wände des Bühnenbilds-, die normalerweise auch funktioniere.