Maske in Blau - Operette Sirnach | Oper und Kultur

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Maske in Blau - Operette Sirnach | Oper und Kultur

Hinter der Maske

Die Operette Sirnach macht sich mit ihren aussergewöhnlichen Aufführungen bereits seit 85 Jahren einen Namen. Die damals spontan entstandene Idee einiger Mitglieder des Männerchores sah zu Beginn vor allem das Sprechtheater vor. Seit 1955 lässt die Bühne jedoch selten gespielte Operetten aufleben. Die mittlerweile über 200 Helferinnen und Helfer, mit viel Aufwand und Herzblut bei der Sache, erschaffen damit immer wieder ein feines Theatervergnügen, das am 9. Januar 2016 mit der „Maske in Blau“ Premiere feiert.

Gewürzte Ohrwürmer
Die diesjährige Produktion „Maske in Blau“ war die populärste Operette des Komponisten Fred Raymond. Ihre Uraufführung 1937 in Berlin gab leichte Unterhaltung mit erotisch gewürzten Verwechslungsgeschichten und Intrigen samt Happy End zum Besten. Geläufige Schlagermelodien, die sofort zu Ohrwürmern werden, machten die Stilrichtung der Operette zum leichter verdaulichen Überläufer von der Oper in das spätere Musical.

Leicht ist die Umsetzung der Operette aber keinesfalls. Mit Orchester im Rücken setzen die Kombination von Tanz-, Schauspiel- und Gesangstalent der Darstellerinnen und Darsteller die ausgeklügelte Musikalische Komposition erst richtig in Szene. Die älteren Semester mögen sich vielleicht noch an die Verfilmungen mit Marika Rökk erinnern.

Laien und Profis Hand in Hand
Die künstlerische Leitung der Operette Sirnach baut bei der Inszenierung neben professionellen Sängern, Schauspielern, Tänzern und Musikern, sowie in der Regie, Bühnenbild und Musikalischer Leitung auf das Know-How der Mitwirkenden, denen die Amateure des Chors in nichts nachstehen. Die zahlreichen Aufführungen verbreiten mit bekannten Schlagern und gewitzten Szenen auf jeden Fall gute Laune und lohnen einen Besuch in die Umgebung Wils.

Exotische Verwechslungen
Die Geschichte, vom Librettisten Heinz Hentschke an einen exotischen Schauplatz versetzt, erzählt von der Argentinierin Evelyne Valera, verkörpert von der Wiener Sopranistin Petra Halper König, die dem Maler Armando Cellini (Reto Hofstetter) für sein Porträt “Maske in Blau” Modell sitzt. Diesem verspricht sie nach einem Jahr zurückzukehren um ihre Identität preiszugeben.

Dass die Verlobung der beiden Liebenden nicht planmässig klappt, dafür sorgt der Mitgiftjäger Pedro dal Vegas (Erich Hufschmid) mit einer Intrige. Armandos Freunde klären das Missverständnis jedoch auf und retten die Lage.

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Carmela Maggi
Kulturtipp vom 5. Januar 2016