Armenische LIebesgrüsse - Liederabend | Oper und Kultur

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Armenische LIebesgrüsse - Liederabend | Oper und Kultur

Armenische Liebesgrüsse

Der Internationale Tag der Frau hat auch in Armenien grosse Bedeutung. Deshalb war es Sopranistin Anahit Balyan wichtig, den mit der Pianistin Ursula Oelke neu gestalteten Konzertabend genau an diesem Datum aufzuführen. Ein Abend mit armenischen Liedern und Poesie, ganz im Namen der Liebe, der am 12. April in der Kirche Stephanshorn in einer Wiederholung stattfinden wird.

Das Datum des ersten Konzertabends, letzten
Samstag dem 8. März aufgef
hrt, war kein Zufall. Anahit Balyan war es wichtig, diesen Tag für die Aufführung zu wählen. Dem Internationalen Tag der Frau. Er hat auch in Armenien grosse Bedeutung. Denn er wird als Beginn für das Fest gefeiert, das einen Monat lang andauert und bei dem die Frauen mit Blumen und anderen Zuwendungen in Dankbarkeit verwöhnt werden.

Musik und Poesie
Bedeutung haben auch die Lieder des armenischen Komponisten Komitas bis Chatschaturjan und besonders die übersetzten Gedichte von Nahapet Khutschak. Sie alle erzählen von der Liebe, die ihre Regeln nur aus dem Herzen bezieht.
Ursula Oelke liest zwischen den Liedern die übersetzten Hairen des armenischen Renaissance-Dichters. Gedichte, die in je vier Fersen zu 15 Silben von der Liebe in all ihren Formen erzählen.


Fremde Klänge
Der Konzertabend, aussergewöhnlich und rund gestaltet, führt vom alten Armenien des 16. bis in das des 20. Jahrhunderts. Die klassischen und
volkstümlichen Lieder klingen teils orientalisch, aber auch asiatisch und kommen durch den hellen, zugleich tiefgründigen Sopran Balyans mit den reichen Koloraturen in geheimnisvoller Weise zur Geltung.
Ursula Oelke und Nadeschka Krajnc begleiten mit Klavier und Kontrabass die ausgewählten Werke, von denen keines allgemein bekannt sein dürfte.


Frühlingsgefühle und Wehmut
Deshalb mögen Musik und Worte, die Anahit Balyan singt, fremd klingen. Sie können jedoch in einer unerklärlichen Weise erfasst werden. Denn die Sopranistin versteht es die tiefe, geheimnisvolle Verbundenheit zu ihrem Heimatland in Stimme und Gestik, entsprungen aus der Wärme ihres Herzens, auf das Publikum zu übertragen. So schafft sie es mit der Auswahl der Lieder Frühlingsgefühle genauso wie Wehmut zu wecken.

Haire
"Schwarze Augen und schwarze Brauen, deine Locken so schwarz und wild, heut Nacht möge Gott dich strafen. Doch kommst du zu mir heute Abend und wird mein Verlangen gestillt, so schmiege ich Wange an Wange, bis dein Hauch meine Seele erfüllt." erscheint mir nicht strahlend dein Bild.


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Armenien in Liedern und Poesie, Samstag 12. April, 19.30 Uhr im Reformierten
Kirchgemeindehaus Stephanshorn St.Gallen

Carmela Maggi
Kulturtipp veröffentlicht am 21. März 2014 auf ostschweizerinnen.ch

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